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Der "urbino 12 hydrogen" von Solaris. (Foto: Solaris)

Kärnten testet ersten Wasserstoff-Bus im Linienbetrieb

21. Mai 2021 | 15:37 Autor: APA-OTS Startseite, Kärnten

Klagenfurt (A) Dauereinsatz von Wasserstoffbussen ab 2023 geplant – Infineon startet Produktion von grünem Wasserstoff voraussichtlich Anfang 2022 – Grüner Wasserstoff soll zweifach nutzbar werden.

Kärnten setzt zur Dekarbonisierung des Öffentlichen Verkehrs und der Industrie verstärkt auf grünen Wasserstoff. Gemeinsam mit Partnern aus der Wirtschaft soll im Rahmen einer Wasserstoffstrategie künftig grüner Wasserstoff in Kärnten produziert und in der Industrie und in der Mobilität zum Einsatz kommen. Durch ein europaweit neues Aufreinigungsverfahren wird intensiv daran gearbeitet, Wasserstoff künftig sogar zweifach zu nutzen.

"Nachhaltig produzierter Wasserstoff bietet uns die Chance, Mobilität und Industrie zu ökologisieren und auch wirtschaftlich als Region zu profitieren. Wir machen Kärnten schrittweise zu einer Modellregion, denn Klimaschutz funktioniert am besten durch Innovation. Besonders im Busverkehr hat Wasserstoff durchaus Vorteile", betont der Kärntner Wirtschafts- und Mobilitätslandesrat Sebastian Schuschnig heute, Freitag, anlässlich der Präsentation eines Testbusses.

Um diese Vorteile den Fahrgästen zu vermitteln und Wasserstoff im Linienbetrieb zu erproben, ist noch bis Ende Mai ein moderner Wasserstoffbus in der Region Villach im täglichen Einsatz. Von 18. bis 28. Mai kann jeder die Antriebsform der Zukunft im zwölf Meter langen, wasserstoffbetriebenen 'Solaris urbino 12 hydrogen' erfahren. "Wir setzen erstmals einen Wasserstoffbus im Echtbetrieb ein, um die Praxistauglichkeit unter Beweis zu stellen und Erfahrungen für die Technologieumstellung zu sammeln", betont Schuschnig.

Insbesondere die Reichweite, das Fahrgefühl und die Betankung stehen im Fokus. Landesrat Martin Gruber zeigte sich bei der heutigen Präsentation beeindruckt: "Wir sehen hier den eindrucksvollen Beweis, dass Wasserstoff in Kärnten keine Zukunftsmusik mehr ist. Das ist ein europaweites Vorzeigeprojekt, das auch Kärnten als Standort nach vorne katapultiert. Damit setzen wir ein starkes Zeichen für Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit – wichtige Standortfaktoren der Zukunft."

Betankung über mobile Tankstelle
In der Testphase erfolgt die Betankung des Fahrzeuges über eine eigens nach Kärnten gelieferte mobile Wasserstoff-Tankstelle. Täglich wird der Bus mit rund 37 Kilogramm Wasserstoff befüllt, ein Betankungsvorgang dauert nur rund zehn Minuten. Der Bus hat eine Reichweite von bis zu 350 Kilometer, während der Testphase legt der Bus täglich bis zu 240 Kilometer zurück. "Die ersten Tage zeigen bereits, dass sich der Antrieb im täglichen Dauereinsatz gut bewährt. Die schnelle Betankung und die Reichweite sind klare Vorteile dieser Antriebstechnologie. Wir arbeiten mit den Partnern intensiv daran, dass schon 2023 die ersten Busse im Dauerbetrieb eingesetzt werden", so Schuschnig. Bereits zuvor soll die erste Wasserstofftankstelle in Kärnten errichtet werden.

Thomas Reisinger, Vorstand für Operations bei Infineon Technologies Austria AG: "Die Vorbereitungen für die Produktion von grünem Wasserstoff aus erneuerbaren Energiequellen am Infineon Standort Villach laufen nach Plan. Wir werden die Wasserstoffanlage aus heutiger Sicht Anfang 2022 in Betrieb nehmen. Wir begrüßen im Sinne einer intelligenten Kreislaufwirtschaft sehr, dass sich die Pläne, den grünen Wasserstoff nach dem Einsatz in der Chipproduktion im öffentlichen Busverkehr zu nutzen, nun konkretisieren. Bei einer Menge von rund 300 Kilogramm auf gereinigtem grünen Wasserstoff täglich können rund 1,5 Millionen Buskilometer jährlich klimaneutral betrieben werden, das entspricht in etwa den Buskilometern, die in der Stadt Villach in zwei Jahren zurückgelegt werden."

Silvia Kaupa-Götzl, Vorständin von Österreichische Postbus AG: "Am Weg in eine klimafreundliche und emissionsfreie Zukunft braucht es sowohl eine Änderung im Mobilitätsverhalten, als auch neue Antriebstechnologien. Postbus ist es daher als größtes Busunternehmen Österreichs ein zentrales Anliegen, alternative Antriebstechnologien wie Wasserstoffbusse und E-Busse zu erproben. Das Land Kärnten hat einen tollen Ansatz für die Umsetzung eines ersten Mobilitätsprojektes mit Wasserstoffbussen. Und Postbus ist jedenfalls bereit für den Einsatz von vielen emissionsfreien Bussen auf Österreichs Straßen."

Die erste Region, in der mittelfristig wasserstoffbetriebe Busse zum Einsatz kommen sollen, ist Villach.

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