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(vlnr): Dietmar Brodel (Studienbereichsleiter Wirtschaft & Management, Fachhochschule Kärnten), Ksenja Perko & Sonja Candek (Projektpartner im Bereich Marketing, TiPovej!), Sabrina Schiffer (Lead Partner im Bereich Koordination & Unternehmen, Gain & Substain), Selvana Disho (Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Studienbereich Wirtschaft & Management, Fachhochschule Kärnten).

Alpe-Adria Coworking: Flexibles Arbeitsmodell als Sprungbrett in die Selbständigkeit

31. März 2015 | 10:20 Autor: Fachhochschule Kärnten Österreich, Kärnten

Spittal (A) Aufgrund der Entwicklung hin zu fragmentierten Märkten mit vielen kleinen Unternehmen wurden in den letzten Jahren Konzepte entwickelt, die diesen Trends Rechnung tragen: egal ob es um alternative Finanzierungsformen wie Crowdfunding, Angel Investments oder neue Arbeitsformen wie das Coworking geht. Ziel ist es immer, die Wettbewerbsfähigkeit kleinstrukturierter Unternehmen zu stärken und im besten Fall

Synergieeffekte zu nutzen.
Die Kärntner Landesregierung hat für das Jahr 2015 den Wirtschaftsschwerpunkt „Kreativwirtschaft und Start-ups“ definiert. Dieser umfasst unter anderem Themen wie Start-up-Förderungen, Crowdfunding und Coworking. Als Brücke zwischen traditioneller und moderner Wirtschaft soll in Kärnten der dynamisch wachsende Bereich der Kreativwirtschaft und der Start-ups vielmehr gewürdigt werden. Eine Forderung, der mit dem EU-geförderten Projekt „Alpe Adria Coworking“ bereits Rechnung getragen wird. Im Rahmen des Projekts wurde dazu von der Fachhochschule Kärnten im Studienbereich Wirtschaft & Management eine Studie durchgeführt. Ziel ist es, die aktuellen und künftigen Rahmenbedingungen in der Alpen-Adria-Region zu identifizieren, unter denen sich die Chancen des Coworkings bestmöglich ausschöpfen lassen. Hierzu wurden Interviews mit Coworkern und Coworking-Space Betreibern in Kärnten und Slowenien sowie eine Online-Befragung durchführt.

Worum geht es bei Coworking?
Coworking ist ein Arbeitskonzept, das die Zusammenarbeit von verschiedenen Fachkräften in einem kreativen, produktiven und inspirierten Umfeld - den „Coworking Spaces“- ermöglicht. In einem solchen Raum werden flexibel nutzbare Arbeitsplätze sowie Infrastruktur kostengünstig zur Verfügung gestellt. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass ein wichtiger Beweggrund der Coworking-Nutzung der fachliche Austausch und die Schaffung eines beruflichen Netzwerkes darstellt. Der Austausch auf sozialer Ebene und die Möglichkeit, kostengünstig professionelle Infrastruktur zu nutzen, sind weitere wichtige Faktoren, warum sich Unternehmer für die Nutzung von Coworking-Spaces entscheiden.

Die Erhebung macht allerdings auch deutlich, dass das Kooperationspotenzial innerhalb der Spaces nicht den ausschlaggebenden Anstoß für die Coworking-Nutzung darstellt. In erster Linie liegen die Beweggründe im Austausch mit Gleichgesinnten. Dies wird auch durch die derzeitige Form der Zusammenarbeit in den Coworking-Spaces deutlich, welche vielmehr auf eine wechselseitige, informell erbrachte und insofern kostenfreie Unterstützung basiert. Formelle Zusammenarbeit, beispielsweise durch eine gemeinsame vertragliche Abwicklung von Projekten, besteht kaum. Nichtdestotrotz besteht in der Coworking-Community grundsätzlich Kooperationsbereitschaft auf regionaler, als auch auf grenzüberschreitender Ebene. Bevor jedoch der Blick über die Grenzen gerichtet werden kann, erfordert es zunächst eine ausreichende regionale Verankerung des Coworking-Konzeptes. Denn als „Selbstläufer“ können Coworking-Spaces trotz der vielen Vorteile nicht gesehen werden.
Die Befragung der Space-Betreiber machen zahlreiche Hürden deutlich, unter anderem auch aus finanzieller Sicht. Der rein privatwirtschaftliche Betrieb gestaltet sich aufgrund der bestehenden Anlaufzeit von knapp 2-3 Jahren und den Investitionskosten als schwierig. Das Erreichen der kritischen Masse, um einen kostendeckenden Betrieb zu gewährleisten, stellt die bestehenden Coworking-Spaces vor eine besondere Herausforderung. Daher wird Öffentlichkeitsarbeit zur Steigerung der Bekanntheit und Bewusstseinsbildung, v.a. auch in der Lokalpolitik, seitens der Betreiber gefordert.

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